Erschienen in Ulmer Echo 1/2009

Trauerseite




Am 15. Juni 2009 starb bei einem
tragischen Verkehrsunfall
Erzpriester Alexander Penkov
* 1964 + 2009
Wir trauern mit seiner Familie
und der russisch-orthodoxen Gemeinde

Diese verstorbenen fifty-VerkäuferInnen kannten sicher auch viele unserer LeserInnen ...

aus: fiftyfifty – Das Straßenmagazin 04 und 07/2009:


Wir trauern um unsere VerkäuferInnen

Claudia Ruhlmann, gestorben im Dezember ‘08
Carlo Kannen, 32 Jahre, gestorben im Februar ‘09
Hagen Dauben, 33 Jahre, gestorben im Februar ´09
Stefan Weeke, 45 Jahre, gestorben im Februar ‘09
Armin Schütz, 36 Jahre, gestorben im Juni ‘09
Sascha „Bagger“ Hansen, 31 Jahre, gest. Juni ‘09
















Warum denn kam ich hervor aus dem Mutterschoß,
um nur Mühsal und Kummer zu erleben und meine
Tage in Schande zu beenden.

Jeremia 20,18



Auf der Seite der Gebrochenen
Britta Wolf, die den Starfvollzug menschlicher machte, ist tot
Birgitta Wolfs Arbeit begann dort, wo die Gesellschaft mit
Menschen fertig ist.Sie half Obdachlosen, Ausgerissenen,
Diskriminierten, vor allem aber Sträflingen, Haftentlassenen
und ihren Angehörigen. Ein Leben lang hat sie nach der
Erkenntnis gehandelt, dass ein Täter Hilfe braucht, will
man neue Straftaten verhindern. Jetzt ist Birgitta Wolf,
die den Beinamen „Engel der Gefangenen“ trug, im Alter
von 96 Jahren in ihrem Haus im oberbayerischen Murnau
gestorben. ...Bundesweit bekannt wurde sie in den 70er
Jahren mit einem vierwöchigen Hungerstreik, mit dem sie
gegen die Isolationshaft der RAF-Gefangenen protestierte.
Als Gräfin von Rosen wird Birgitta Wolf 1913 in Schweden
geboren. ...

Während der Nazi-Zeit riskiert die junge Gräfin Kopf und Kragen, als
sie sich für politisch und rassisch Verfolgte einsetzt und in Einzelfällen
sogar helfen kann.Ihre eigentliche Arbeit für Strafgefangene beginnt aber
erst nach dem Zweiten Weltkrieg. „Die straffällig Gewordenen wurden seinerzeit
mit 20 Mark in der Tasche auf die Straße entlassen, ohne dass sie die Chance
auf eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz hatten“, sagt sie in einem Interview.
1969 gründet sie den Verein „Nothilfe Birgitta Wolf“. Sie besucht Strafgefangene
in deutschen Gefängnissen, aber auch in Anstalten im Ausland. Sie beantwortet
aber auch Briefe aus dem Knast und vermittelt Briefpartnerschaften mit
Häftlingen...

Für ihren humanitären Einsatz erhielt Birgitta Wolf eine Reihe hoher
Auszeichnungen... Am meisten freut sie sich aber über die Bürger-
medaille des Marktes Murnau. Denn lange Jahre war sie in der Gemeinde
nicht gern gesehen, bot sie doch in den Augen der Nachbarn zwielichtigen
Gestalten Unterschlupf, weshalb mancher Einwohner um seine Sicherheit
bangte. Der Beiname „Engel der Gefangenen“ gefiel ihr übrigens gar nicht.
Entlassene Gefangene brauchten keine Engel, sondern hilfsbereite Mitmenschen,
sagte sie zu ihrem 90. Geburtstag.
* von M. Hummel; aus: SZ 30.4.2009













































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