Liebe Leserinnen und Leser des UlmerEcho,

nach einem Jahr gibt´s wieder ein Ulmer Echo. Die Unwägbarkeiten in einer JVA wie unserer sind groß und reichen von Verlegungen und Entlassungen über PC-Probleme bis zu einer vorläufigen Sperrung und dem Umzug der Redaktion.

Jetzt haben wir das hinter uns – und Sie und Ihr (und auch wir selbst!) endlich wieder eine Ausgabe in der Hand. Für die nächsten zwei Jahre, die voraussichtlich letzten im alten Gebäude der Ulmer Höh´, sind wir nun zuversichtlich, dass Ihnen wieder regelmäßig ein Ulmer Echo zukommt, hoffentlich im anvisierten Rhythmus viermal im Jahr.

In den letzten 11 Monaten haben verschiedene Redakteure mitgearbeitet. Auch, wenn es uns erst jetzt gelungen ist, unser Hauptprodukt fertig zu bekommen, ist die Redaktion nicht untätig gewesen. U.a. gab es eine Wandzeitung zur internen Fußballmeisterschaft. Vor allem haben wir unsere Erstinhaftierten-Broschüre „Was tun?“ in deutscher, englischer und französischer Sprache aktualisiert und nun endlich sogar in einer vierten Sprache vorliegen: türkisch ist eine der wichtigeren Sprachen im Vollzug.

Alle Inhaftierten beobachten in ihrem Lebensraum, dass immer wieder Rechte gebeugt oder vernachlässigt, gelegentlich sogar klar gebrochen werden. Das schafft eine besondere Sensibilität. Unser Schwerpunkt „Justitia schaufelt ihr Grab“ entstand in gemeinsamen Überlegungen mit allen Redakteuren dieses Jahres. Hintergrund sind die Angriffe auf Grundlagen unseres Rechtssystems, die – vor allem „von ganz oben“ gestartet – uns in wirkliche Besorgnis versetzen. Bemerkenswert, dass nach langer Zeit mit Christian K. wieder ein grafisch Begabter mit im Team ist. Seinem Stift entspringt nicht nur das Titelbild, sondern auch die Illustrationen auf den Leserbriefseiten (41ff).

Allen, die sich eingebracht haben, danke ich – und allen, die dies lesen, wünsche ich frohe Festtage und alles Gute für 2010!

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