Erschienen in der Sonderausgabe Drogen 2008

Kokain wird zur neuen Modedroge

Von Alex B.

Die Zahl der Kokain-Konsumierenden stieg 2007 in Europa um rund 30 Prozent an. Laut Drogenbericht der EBDD (Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht) rangiert Kokain mit 4,5 Millionen Konsumenten hinter Cannabis auf Platz zwei unter den illegalen Drogen und ist derzeit doppelt so hoch wie die der Ecstasy-Konsumenten.

Dunkelziffer

Die Zahl der Kokain-Konsumenten dürfte um ein Vielfaches höher sein, wenn Gelegenheitskonsumenten mitgerechnet werden. Am Beliebtesten ist das weiße Pulver in Spanien, Großbritannien, Dänemark und Italien. Eine Untersuchung der spanischen Tageszeitung „El Mundo“ hat bei mehr als 90 Prozent zufällig in Madrid und anderen Großstädten gesammelten Geldscheinen Koksspuren nachgewiesen. Laut „El Mundo“ gehört Kokain für 1,6 Prozent der Spanier zum Alltag wie das tägliche Frühstück. Für ein Gramm Kokain müssen in Spanien durchschnittlich 50 Euro hingeblättert werden.
Der Grund für den rapiden Anstieg des Koksens ist der sinkende Preis und die immer leichtere Verfügbarkeit des Stoffs. Häufig wird Kokain unregelmäßig konsumiert, etwa an Wochenenden und in Bars und Diskotheken. Wie andere illegale Drogen wird Kokain vor allem von jungen Erwachsenen konsumiert, jedoch ist eine weniger starke Konzentration auf jüngere Menschen festzustellen als beim Cannabiskonsum.
In einer Studie wurde festgestellt, dass sozial integrierte Kokainkonsumenten die Droge vorwiegend geschnupft haben (95%), während nur ein geringer Bruchteil Kokain geraucht oder injiziert hat. Jedoch wurde festgestellt, dass die Droge häufig in Kombination mit Tabak, Cannabis und Alkohol konsumiert wird.

2006 wurden in Spanien 2,7 Milliarden Euro aus dem organisierten Verbrechen beschlagnahmt. Auch bei der Konfiszierung von Kokain liegt das Land ganz vorne. Spanien habe sich zum größten europäischen Drogenumschlagplatz entwickelt. 2006 wurden 50.000 Kilogramm Kokain eingezogen. „Koksen'' hat sich zum Volkssport entwickelt. Geldwäsche ist einfach. Würde der spanische Staat an der Drogenfront gegen Drogenhandel und Geldwäsche tätig, würden die vor allem im spanischen Immobilienboom eingesetzten Schwarzgelder abgezogen außer Landes gebracht. Banken und Kredite wären dann in großem Umfang gefährdet. (Informationen aus der FAZ 12.10.2007)

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