Erschienen in der Sonderausgabe Drogen 2008

Drogenkonsum steigt weltweit

Von Alex B. und Wolfgang Sieffert OP

Der UN-Drogenbericht im Jahr 2006 berichtet von 200 Millionen Menschen weltweit, die illegale Drogen – von Heroin bis Ecstasy – zu sich nehmen.

Opium- und Coca-Anbau

Die globale Produktion von Roh-Opium lag 2004 nach UN-Schätzungen bei 4.850 Tonnen, die zur Herstellung von rund 565 Tonnen reinen Heroins ausreichen dürften. Afghanistan bleibt trotz des Krieges der bei weitem größte Opium-Produzent der Welt. Das Land lieferte 2005 fast 90% des weltweit angebauten Roh-Opiums, das zur Herstellung von Heroin benutzt wird.* Afghanische Drogenlieferanten würden das Opium inzwischen zunehmend schon vor dem Export zu Heroin weiterverarbeiten lassen, heißt es in dem UN-Report. Dagegen zeigt der Kampf gegen den Opiumanbau im so genannten Goldenen Dreieck von Birma, Laos und Thailand Erfolge. In Laos sei der Opiumanbau um 42 Prozent und in Birma um 23 Prozent zurückgegangen. In Südamerika wurde ein Rückgang bei der Kokain-Produktion Kolumbiens durch einen verstärkten Coca-Anbau in Peru und Bolivien aufgefangen. Diese Länder produzieren zusammen noch immer 97 Prozent des weltweit verkauften Kokains.

Spitzenreiter

200 Millionen KonsumentInnen illegaler Rauschmittel: das waren 15 Millionen mehr als im Jahr davor und fünf Prozent der Weltbevölkerung zwischen 15 und 64. Damit liegt der Drogenkonsum aber laut UNODC aber immer noch weit unter der Zahl der Erwachsenen (weltweit 30 Prozent Raucher und 50 Prozent Alkohol), die Alkohol und Tabak konsumieren. Die meisten Nutzer illegaler Drogen rauchten Cannabis (160 Millionen), 26 Millionen nahmen Amphetamine, 8 Millionen Ecstasy und schätzungsweise 16 Millionen Opiate. Von ihnen galten 11 Millionen als heroinsüchtig.

Ein Monster mit Riesenumsatz

Der Umsatz des globalen Rauschgifthandels ist nach Schätzungen der Experten auf etwa 265 Milliarden Euro gestiegen. Die UN-Drogenfahnder verbuchen es schon als Erfolg, dass sie 2004 rund ein Viertel der Heroin-Produktion beschlagnahmen konnten. Allerdings habe das vor allem an der erheblich gesteigerten Produktion von Roh-Opium in Afghanistan gelegen. Die größten Mengen gingen den Fahndern in den Nachbarländern Iran und Pakistan ins Netz. UNODC-Leiter Antonio Maria Costa meinte in dem Bericht, der auch in New York, Stockholm und Bangkok vorgelegt wurde: „Es ist kein kleiner Feind, gegen den wir da kämpfen. Es ist ein Monster.” Der von der UNODC angegebene Umsatz im Welt-Rauschgifthandel ist größer als die Bruttoinlandsprodukte von fast 90 Prozent aller Staaten und scheint uns noch vorsichtig hochgerechnet (s. unseren Artikel „Kosten und Nutzen der Drogenkriminalisierung“ und „Hartwigsrechnung“).

* Quelle: Jahresbericht UNODC (UN-Büro gegen Drogen und Verbrechen)

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