Erschienen in der Sonderausgabe Drogen 2008

Drogenproblematik in NRW

In NRW leben rund vier Millionen Menschen mit einer Suchterkrankung. Nach Einschätzung von Forschern und Therapieexperten stellen Tabakkonsumenten mit rund 2,9 Millionen die größte Gruppe dar, laut Düsseldorfer Gesundheitsministerium.

Zudem gebe es etwa 400.000 Alkoholkranke und ebenso viele Menschen mit Essstörungen. 300 000 Erkrankte seien von Medikamenten abhängig. Neben 31 000 Rauschgiftsüchtigen rechne man mit Rund 30 000 Glücksspielsüchtigen. 9,5 Millionen gehen jährlich in die Suchtprävention. In NRW sind im Jahr 2006 ca. 350 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben. Die Zahl der Drogentoten sei damit im Vergleich zürn Vorjahr unverändert, jedoch im Sechs-Jahres-Vergleich um 30 Prozent zurück gegangen, teilte NRW-Innenminister Wolf mit. Im Jahr 2000 wurden 505 Drogentote gezählt.

Polizei und Zoll haben nach seinen Angaben im zurückliegenden Jahr mit 258 Kilogramm Kokain knapp ein Viertel mehr und mit 334 Kilogramm Amphetamine ein Fünftel mehr sicher gestellt. Auch die Entdeckung illegaler Hanfplantagen habe zugenommen. So hoben die Fahnder 21 so genannte Profiplantagen ab 1000 Cannabis-Pflanzen aus - doppelt so viele wie im Vorjahr.

In NRW wird der Kampf gegen illegale Drogen verschärft, das Land will die Kriminalisierung von Konsumenten illegaler Drogen forcieren. Die Eigenbedarfsgrenze von Haschisch wurde von zehn auf sechs Gramm reduziert. Bei Jugendlichen gilt Null-Toleranz, schon bei geringsten Mengen hat dies nun Konsequenzen wie z.B. Sozialstunden und Zwangsgespräche. Bei Heroin und Kokain wurde die bisher tolerierte Menge von 0,5 Gramm aufgehoben. Damit werden Drogenkonsumenten kriminalisiert. Vielleicht haben wir statt eines Drogenproblems ein Drogenpolitikproblem.

Quellen: RP; Videotext WDR 24.12.07

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