Erschienen in der Sonderausgabe Drogen 2008

Ritalin - Kinder im Pillenrausch

Medikamentenabhängige Kinder sind ein gutes Geschäft

Trotz zahlreicher Warnungen ist der Verbrauch des Betäubungsmittels Methylphenidat dramatisch gestiegen. 1993 wurden bundesweit 34 kg der Droge verschrieben, 2006 waren es 1.221 kg - eine Steigerung um 3.591 %. Methylphenidat ist ein amphetamin-ähnliches Psychopharmakon, das in Produkten wie Ritalin, Medikinet und Concerta eingesetzt wird. Es wird Kindern verschrieben, denen die umstrittene Diagnose „Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom” (ADS) gestellt wird. Für die Pharmakonzerne sind medikamentenabhängige Kinder ein lukratives Geschäft. Die Pillenschwemme geht offenbar auf systematisches Marketing unter Kinderärzten zurück. So präsentiert beispielsweise der Pharma-Konzern Lilly, der auch ein Medikament gegen Hyperaktivität vertreibt, auf seiner Homepage eine ausführliche Liste von Ärzten, an die man sich bei der Diagnose Hyperaktivität wenden soll. Selbst die AOK stellt als Krankenkasse einen Link zu dieser Seite.

Nach: Spiegel 22 – 2007 [ab]

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