Rückmeldungen: Sonderausgabe „Drogen“

Die gerade vollständig neu erschienene Sonderausgabe findet große Resonanz

Vernunft für Politik
Ein ausgezeichnetes Heft. Endlich mal eine vernünftige Darstellung der in die Irre gehenden Drogenpolitik. Sie sprechen mir aus der Seele!
Jürgen Heimchen, Wuppertal, Sprecher einer Elterninitiative

Gerne gelesen
Besten Dank für die Zusendung Ihrer neuen Sonderausgaben „Drogen“ und „Alltag im Vollzug“. Ich habe sie gerne gelesen und fand die Themen ausgesprochen interessant.
Marc Widmann, Süddeutsche Zeitung, Redaktion Innenpolitik

Fragwürdige Schadenspotential-Liste
Super die umfassende Zusammenstellung und die gelungene Mischung aus Fakten und eindrücklichen Statements. Auf die Unsinnigkeit der heuchlerischen Kriminalisierungspolitik kann nicht oft genug hingewiesen werden.
Das Schadenspotential-Ranking (S. 13) hätte ich weg gelassen, weil sie dem schon erreichten differenzierten Blickwinkel zugunsten eines „Wie schlimm! Pfui Teufel!“ und all den fatalen Schlussfolgerungen daraus Tor und Tür öffnen könnte. Letztlich ist sie empirisch falsch, weil Tabak das höchste Schadenspotential hat und die meisten umbringt.
Holger Kirchhöfer, IK Armut, D-dorf

Vorsicht: Genuss dosieren!
Historisch und pharmakologisch, politisch und aktuell und dann noch konkret und vor allem auch menschlich, vielfältiger kann eine „Sonderausgabe Drogen“ wohl kaum sein. Das Ulmer Echo präsentiert sich hier derartig umfassend, dass ungeübten Lesenden fast zur Vorsicht geraten werden muss: der Genuss ist nur in niedrigen Dosierungen bekömmlich. Gerade die schwarz-weiße Print-Ausgabe ist so angefüllt mit kompetenten, interessanten aber auch unterschiedlichen Texten und Bildern, dass sich eine – egal ob zufällige oder systematische – Herangehensweise „Seite für Seite“ empfiehlt. Ob im Internet oder als Heft in den Händen: diese Ausgabe hat viele Lesende verdient und die Redaktion einen herzlichen Glückwunsch!
Joachim Jahry, Fachstelle für Prävention, Jugendhilfe Bottrop

Einfach gut
„Einfach gut das Heft, rundum gelungen. Sonst ist nichts dazu zu sagen.“ „Die AoA-Abteilung hier in der Ulmer Höh` habt Ihr gut beschrieben, eine ausgewogene Darstellung.“ „Eine gute Ausgabe! Aber beim Lesen und der Beschäftigung mit dem Thema hab ich sofort Suchtdruck bekommen.“
Inhaftierte von der AoA, JVA D-dorf

Was Sucht ist
Die Sonderausgabe ist gut. Wichtig finde ich, dass erklärt wird, was Sucht eigentlich ist.
Bediensteter der AoA, JVA Düsseldorf

Bemühungen reichen nicht
Ihre Darstellungen zeigen, dass die Vollzugsanstalten und auch ihre Bediensteten sich redlich bemühen. Alleine das reicht doch nicht. Süchtige gehören nicht kriminalisiert.
Email einer Leserin

Spritzen
Ein Thema habt Ihr vergessen! Wie ist es zu verantworten, dass im Knast permanent die Spritzen kreisen? JedeR weiß, dass es im Knast Drogen gibt. JedeR weiß, dass im Knast viele HIV und Hepatitis haben. Es ist einfach unverantwortlich, dass es keine Automaten zum Spritzentausch gibt oder wenigstens offiziell beim Sani saubere Spritzen zu bekommen sind. Die Knäste sorgen für eine Verbreitung der schlimmsten Krankheiten.
Inhaftierter, JVA Düsseldorf

Leere Knäste
Warum werden Süchtige eingesperrt? Warum müssen sie uns beklauen, statt den Stoff vom Arzt zu bekommen? Ohne die jetzige Drogenpolitik wären die Knäste fast leer. Warum wird nicht endlich umgedacht?
Leser von draußen

Durchsubstitution
Wieso muss im Gefängnis alles anders sein als im normalen Leben? Abhängige haben mit gutem Grund die Möglichkeit, auch über lange Zeit substituiert zu werden. Nur in den JVAen ist das „Runterdosieren“ und Ausschleichen mit Methadon die Regel.
Eine Ehrenamtliche des Kath. Gefängnisvereins

Keine Radikalkur
Das Ausschleichen mit Methadon ist inzwischen Gott sei Dank die Regel in der JVA, ein riesiger Fortschritt gegenüber der früheren Praxis. In der Ausgabe ist von einer „Radikalkur“ die Rede. Das ist es wahrhaftig nicht. Es sind schon so viele Inhaftierte da durch gelaufen und wird körperlich wie psychisch gut vertragen; die meisten sagen, das ist gut so.
Meinung aus dem San-Revier

Heroin-Originalstoffvergabe
Wahr, wahr, was Ihr schreibt! Die Nicht-Zulassung von Heroin als Arzneimittel auf Btm-Rezept ist irrsinnig und ein politisches Trauerspiel.
Haftentlassener, Krefeld

Nicht bagatellisieren
Ich finde vom Gesamteindruck her, dass Ihr die Gefahren von Drogen bagatellisiert. Die Leute sollten die Finger von so einem Zeug lassen.
Inhaftierter, JVA Düsseldorf

Soziale Ursachen
Umfang und Vielfalt Ihres Magazins finde ich beeindruckend. Die unterschiedlichen Perspektiven sind hilfreich, ein Verständnis zu entwickeln. In der Liste der Mittel und ihrer (Neben-)Wirkungen müsste allerdings noch stärker darauf hingewiesen werden, dass viele schädliche Auswirkungen ihre Ursache nicht in der Droge, sondern in den sozialen Situationen haben.
Ila Golzari, Projekt „Underdog“, Düsseldorf

Problematik Methadon
Gut die Hinweise auf die Problematik der von allen Parteien unterstützten Substitution mit dem gefährlichen Gift Methadon, mit Beikonsum usw. Zu kurz kommen aber die teils hanbüchenen Praktiken in den Methadonpraxen; diese Ärzte leben von uns und haben kaum Interesse, dass wir von dem Zeug wegkommen.
Methadon-Substituerter, Düsseldorf

Finger in die Wunden
Es tut so gut, dass Sie die Finger in die offenen Wunden der Repressionspolitik legt. Die Kriminalisierung führt zu so viel Elend und Not und zur Verbreitung von Aids und Hepatitis.
HIV-infizierter Gefangener, D-dorf

Einblick für Laien
Für mich als absolute Laiin auf dem Gebiet war das Lesen der Sonderausgabe ein großer Gewinn. Mensch macht sich ja sonst kein Bild, was da alles auch politisch zusammenkommt. Verblüfft stelle ich fest, dass ein wohlsituierter Mensch Morphium oder ähnliche Medikamente vom Arzt auf Privatrezept bekommen kann, während das in der gleichen Klasse anzusiedelnde Heroin zu Knast, Beschaffungskriminalität und all dem beschriebenen Elend führt.
Ehrenamtlicher der Altstadt-Armenküche, Düsseldorf

Informationsquelle
Für meine Arbeit eine gute Informationsquelle. Ich hoffe, sie erreicht auch viele Menschen „draußen“, die sich mit dem Thema fundierter auseinandersetzen möchten.
Marion Gather, Sozialarbeiterin

Realität
Bei Drogen geht es offensichtlich immer um Macht und Geld, um Menschen verachtende und vernichtende Politik, damit ein paar daran super verdienen. Realität ist was für Leute, die mit Drogen nicht zurecht kommen.
Junkie Hermann

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