Info: Pfändungen 
Von Maximus Pontifex und Wolfgang Sieffert OP  
 
1.) Eigengeld 
Es gibt „Freies Eigengeld“ (von Angehörigen auf das Konto eingezahlt oder bei der Verhaftung im Portemonnaie), „Zweckgebundenes Eigengeld“- (für einen bestimmten Zweck auf das Konto eingezahlt, z.B. um ein TV Gerät zu beschaffen oder für einen Täter- Opfer-Ausgleich) und „Freies Eigengeld aus Arbeitsentgelt“. 
Freies Eigengeld des Strafgefangenen kann gepfändet werden. 
Bei U-Gefangenen kann grundsätzlich das komplette Eigengeld gepfändet werden – mit Ausnahme eines „Taschengeldbetrages“ von etwa DM 85,- im Monat. Im Einzelfall kann es sein, dass dieser Betrag faktisch höher liegt. 

2.) Hausgeld  
Hausgeld darf meist nicht gepfändet werden. Gemäß StVollzG kann der 30,- DM übersteigende Teil des Hausgeldes in Einzelfällen gepfändet werden, um Verfahrenskosten beim Verwaltungsgericht zu zahlen oder für den Ersatz von Aufwendungen, wenn jemand sich oder einen anderen absichtlich oder grob fahrlässig verletzt. Taschengeld (das ja als Hausgeld gebucht wird) ist gemäß Bundesverfassungsgericht generell nicht pfändbar! 

3.) Überbrückungsgeld 
Überbrückungsgeld ist während der gesamten Haftzeit und darüber hinaus bis vier Wochen nach der Entlassung nicht pfändbar. 

4.) Freie Beschäftigung  
Wenn Gefangene einem freien Beschäftigungsverhältnis im offenen Vollzug nachgehen und ein „reguläres Arbeitsentgelt” erhalten, richten sich die Pfändungsfreigrenzen nach dem § 850c ZPO. Diese liegen bei etwa DM 1.220,- für Alleinstehende, 1.680,- für einen 2-Personenhaushalt.

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