Die Redaktion entschuldigt sich an dieser Stelle für die verspätete Veröffentlichung dieses Artikels, der in der letzten Ausgabe hätte erscheinen sollen. Es ist uns peinlich, dass in der  Jubiläumsausgabe „25-Jahre Ulmer Echo” ausgerechnet der Artikel des Geschäftsführers des Katholischen Gefängnisvereins gefehlt hat ... Durch Umbesetzungen in der Redaktion kann dies leider passieren. Wir hoffen, der Autor sieht uns dies nach! 
 
"Mehr als ein Gefängnisblättchen!"  

Gedanken zu 25 Jahre ULMER ECHO 

Von Pfarrer Reiner Spiegel 
  

„25 Jahre „Ulmer Echo“ ...

„da denke ich zunächst einmal an Pater Edelbert Rüber, meinen Vorgänger als Geschäftsführer des Katholischen Gefängnisvereins und ehemaligen Kollegen als Gefängnisseelsorger in Düsseldorf. Bei ihm fällt mir ein, dass sein Herz als erstes dem Wohl der Inhaftierten und ihren Angehörigen verbunden war. Insofern kann ich auch sagen: als Pater Rüber mit 64 Jahren kurz vor seiner Pensionierung starb, hatte der „Knast“ ihn geschafft. Als zweites hing sein Herz ganz bestimmt am Ulmer Echo; es war sozusagen sein „Kind“, geboren aus der Idee, dass die Inhaftierten hier eine Gemeinde sind. Da eine Pfarrzeitung hierher gehörte, wurde das Ulmer Echo zu einem echten Gefangenenmagazin, weit mehr als ein Gefängnisblättchen, weit mehr als eine Info-Zeitung. Einer der Gefängnisseelsorger als Herausgeber, der Kath. Gefängnisverein als Träger: dies entsprach dem Willen Pater Rübers, aber auch der Konstruktion des Vereins, den Inhaftierten und ihren Angehörigen eine Verbindung von freier kirchlicher Sozialarbeit und Seelsorge anzubieten. Dieses bedeutet den Versuch, Inhaftierte als Menschen ernst zu nehmen, nicht dem schön gesprochenen Wort nach (das könnte ja jeder sagen), sondern der alltäglichen Art nach und das auch gegen alle Widerstände. So musste aus der Pfarrzeitung das Gefangenenmagazin werden. Alles andere wäre Lug und Trug gewesen. 

Heute, mit Pater Wolfgang als Herausgeber (seit dem Tode Pater Rübers), hat sich das Ulmer Echo weiter qualifiziert als ernst zunehmende und ernst genommene Stimme der Inhaftierten in Düsseldorf. Gleichzeitig ist die Zeitschrift ein wichtiges Instrument der Selbstdarstellung des Kath. Gefängnisvereins geworden. Mit Schwerpunktthemen und Sonderausgaben zu bestimmten Bereichen ist der Informationswert auch für Menschen, die ansonsten keine Berührung mit der  Gefängniswelt haben, sehr gewachsen. Mittlerweile durfte mit allen Einschränkungen, welche das Gefängnis einfordert, auch die moderne Technik bei der Erstellung der Ausgaben Einzug halten. Dies war eine weitere Erleichterung der Arbeit. 

Nach wie vor wird das Ulmer Echo aus Spenden finanziert, wie überhaupt der größte Teil der Aktivitäten des Kath. Gefängnisvereins von Spenden „lebt“. Auch in diesem Sinne bedeutet jede Ausgabe eine gute Werbung. Als Geschäftsführer des Vereins hoffe ich, dass immer wieder Inhaftierte bereit sind, Artikel für das Ulmer Echo beizusteuern, und dass immer wieder Menschen von „drinnen und draußen“ bereit sind, unsere Arbeit zu unterstützen. 

Dem Ulmer Echo wünsche ich noch viel mehr Jahre als die bisherigen 25, den Redakteuren Mut, Ausdauer, Ideen und viel „Schreibwut“ und meinem Kollegen, Pater Wolfgang, ein ganz breites „Kreuz“. 

      
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